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Dr. Silke Mai







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Der Augenblick

Ein Augenblick ist wunderlich,
ganz kurios und sonderlich.
Ein Augenblick kommt niemals wieder
kaum kommt er auf, geht er schon nieder
und hat nicht mal die Zeit zu reifen.
Ein Augenblick ist nicht zu greifen,
denn nach unendlich kurzer Zeit
ist er bereits Vergangenheit.
Obwohl der Augenblick erlischt
und er uns generell entwischt
bevor er sich entfaltet hat,
findet er doch immer statt.
Ein Augenblick ist nicht zu messen,
denn ist er von der Zeit gefressen
kann niemand unter uns belegen,
dass es ihn jemals hat gegeben.
Und doch sitzt uns der Augenblick
allgegenwärtig im Genick.
Der Augenblick ist unbeständig,
er macht die Zeit für uns lebendig,
so dass man später unterteilt
in Zukunft und Vergangenheit.
Ein Augenblick ist unersetzlich
und seine Vielfalt unermesslich,
denn jeder kleinste Augenblick
ist einmalig, kehrt nie zurück.
Drum ist der Augenblick zu schätzen,
statt ihm hinterher zu wetzen.
Es gilt, ihn sorglos zu gestalten,
statt ihn ängstlich festzuhalten,
denn ist ein Augenblick verschwunden,
ist schon ein Neuer zu erkunden.
Der Augenblick gibt uns das Leben,
drum gilt es, sich ihm hinzugeben.
Auch wenn der Augenblick nicht weilt
und schnell an uns vorüber eilt
so haben wir doch nichts als diesen,
um unser Leben zu genießen.

© Dr. Silke Mai, geb. Kratschmer

Dieses Gedicht wurde auch in der Zeitschrift AHA in der Ausgabe Dezember03/
Januar04 veröffentlicht worden.







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© Dr. Silke Mai, zuletzt geändert 03/2010